Alles läuft zuverlässig und stabil, das kannte ich von meinem Telefonanbieter schon seit Jahrzehnten. Nur ändern, z.B. umziehen oder auf ISDN umstellen, durfte man nicht. Dann knirschte es jeweils gewaltig in der Technik und es dauerte mehrere Tage bis die Jungs mit dem lila T alles wieder richtig eingerichtet hatten. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

2006 meinte ich nach längerer Überlegung eine eigene Webseite haben zu müssen. Hauptmotivation meinerseits war eigentlich nur an einem praktischen Beispiel zu lernen, wie man das macht. Nichts besonders Spannendes also. Nicht zuletzt wegen der Telefonerfahrungen mietete ich den Webspace diesmal bei einem privaten Hoster  - nennen wir ihn mal S.- an. Ich versprach mir davon zuverlässige Technik und unbürokratische über das Internet unkompliziert handhabbare Administration.

So war es dann auch. Ich lernte eine Menge und die Webseite fand zunehmend mehr interessierte Leser, die sich auch mit ihren Fragen an mich wandten. Einfach abschalten war also nicht, als meine HTML-Künste nicht mehr den sich weiterentwickelnden Browsern genügten. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich im Dezember 2011 in Zukunft auf ein Content Management System (Joomla!) zu setzen und eine neue Seite aufzubauen. Da dafür die Programmiersprache PHP und eine Datenbank notwendig waren, reichte das bisherige Basispaket meines Hosters nicht mehr aus. Das war aber kein Problem. S. wartet im Grunde nur auf so etwas und führte, gegen ein paar Euro/Monat mehr, gern ein Upgrade auf „Power Web Basic XL“ durch, das alle meine Wünsche und noch ein bisschen mehr erfüllte.

Was so leicht erschien, war der Anfang eines mehrwöchigen Ärgers und längeren Schriftverkehrs. Bei der Installation von Joomla! stellte ich fest, dass die zur Verfügung gestellte Version von PHP nicht ausreichte. Mir war einfach eine niedrigere (5.2.17) Version von PHP als die laut Werbeunterlagen mit meinem gebuchten Paket verbundene Version (5.3.8) freigeschaltet worden. Das habe schon alles seine Ordnung, teilte man mir auf Anfrage mit, die höhere Version sei nur für Neukunden. Ich als Bestandskunde wäre mit der Umstellung irgendwann im Frühjahr 2012 dran, ich möge mich bis dahin gedulden.

Das könne ja wohl nicht sein, antwortete ich, schließlich hätte ich ausschließlich deshalb ein Upgrade durchgeführt, sei in diesem Sinne ein Neukunde und man wolle mich doch wohl nicht schlechter behandeln, weil ich dem Unternehmen treu geblieben wäre. Nein das ginge nicht war die Antwort, man habe da eindeutige Anweisungen. So ging das mehrfach hin und her bis ich mich mit einem Fax (die Herren haben keine Mailadresse bzw. man wollte mir keine geben) an den Vorstand wandte. Dann ging plötzlich alles wie von selbst. Man entschuldigte sich zwar nicht für die Umstände, die man mir gemacht hatte, sagte aber immerhin zu, mir ausnahmsweise und ohne in irgendeiner Weise dazu verpflichtet zu sein, die  höhere PHP-Version freizuschalten. Egal, dachte ich mir, Hauptsache es  läuft.

Es lief auch wunderbar bis vor einigen Tagen. Da meinte S. mir per Mail mitteilen zu müssen, dass man die CGIs zum 5. Dezember abschalten würde. Davon, dass diese eigentlich Bestandteil des bestehenden Vertrages seien, war keine Rede. CGIs sind kleine Programme, die vom Hoster angeboten werden um sie in die Webseite einzubinden. Ich benutz(t)e ein solches CGI um das Gästebuch auf dieser Seite zu realisieren. Als Alternative bot man mir an, in Zukunft das Gästebuch aus den AppWizards zu nutzen, in das ich die bestehenden Daten einfach importieren könnte.

So weit so gut. Der Haken an der Geschichte war, dass für das neue Gästebuch eine eigene Datenbank notwendig ist, mein Kontingent aber schon ausgeschöpft war. Nur um das Gästebuch zu erhalten, würde ich also wieder upgraden müssen, was den monatlichen Preis nahezu verdoppeln würde.

Bei näher Beschäftigung mit dem derzeitigen Angebot stellte ich fest, dass das aktuelle zu gleichem Preis wie mein Paket angebotene „Power Web Basic“ im Gegensatz zu meinen 10 statt 2 Datenbanken enthielt, von daher also auf der Höhe der Zeit war. Ich schrieb also an S. man möge mich wegen der wegfallenden CGIs auf das aktuelle Paket umstellen, damit ich mein Gästebuch erhalten könne.

Der geneigte Leser ahnt es schon, das wäre ein „Sidegrade“ und ginge natürlich nicht. Ich müsse warten, bis mein bisheriger Vertrag auslaufe, antworte S. mir. Das ist dummerweise aber erst etwa 3 Wochen nach dem Abschalten der CGIs der Fall. Meine Gästebuchdaten wären also weg. Das wollte ich so nicht hinnehmen,  spielte den Ball also wieder zurück und bat um ein Einsehen für diese besondere Situation, die man immerhin selbst ausgelöst habe.  Wieder ging das Ping-Pong-Spiel hin und her. Immer wieder neuen Ansprechpartnern erklärte ich die Situation und geriet schließlich an einen, der meine Mail nicht nur las sondern auch verstand. Vielleicht war er auch  nur genervt, weil ich keine Ruhe gab. Jedenfalls schrieb er mir,  nach Rücksprache mit seinem Chef würde man ausnahmsweise … usw. Die technische Umstellung war dagegen nur eine Kleinigkeit und so kommt es, dass das Gästebuch auch über den 5. Dezember hinaus bestehen wird und ich mich hoffentlich weiterhin über neue Einträge freuen darf.

Na also geht doch, kann ich dazu nur als Fazit sagen. Aber warum muss vorher immer so ein zermürbender Kampf sein?