Das Ambiente der modernsten Jugendherberge Deutschlands in Düsseldorf hätte für das erste TO-Ozeanseminar am 2./3.Nov. 2013 nicht besser gewählt werden können. Zielgruppe waren in erster Linie Segler, die sich auf die große Reise vorbereiten. Unter Leitung von TO-Vorstandsmitglied Bert Frisch, wurden demnach vor allem Themen behandelt, die unterwegs, weitab von einem Servicebetrieb, wichtig sind.

Eine autarke Stromversorgung an Bord ist unter Langzeitseglern ein immerwährendes Thema. Unter das Motto „Die Bordbatterie und wie man sie lädt“ hatte ich deshalb mein Referat gestellt. Da an Seglerstammtischen und  –foren viele Mythen in Umlauf sind, war mir vor allem wichtig zu erläutern, wie eine Batterie für ein langes Leben und zuverlässige Funktion behandelt werden muss. Darauf aufbauend habe ich in einem 2. Teil Ladetechniken mit Lichtmaschine, Landstrom, Sonnenkollektoren, Wind- und Wassergeneratoren aber auch Brennstoffzellen vorgestellt. Unter dem Aspekt, dass alles auch unter Seebedingungen zuverlässig arbeiten und vom Skipper unterwegs evt. selbst repariert werden muss, lege ich dabei besonderen Wert auf einfache, übersichtliche Schaltungen deren Arbeitsweise man versteht.

Mindestens ebenso wichtig ist das Thema Motor, das am Nachmittag von Michael Herrmann  (Leiter der Redaktion Technik ‘palstek‘)  behandelt wurde. In gewohnter Anschaulichkeit stellte er kompetent Bootsmotoren und deren Umfeld vor, zeigte die häufigsten Fehler auf und gab Tipps zur Wartung und Reparatur unterwegs.

   
Der Autor erklärt die Funktion eines Reglers für Sonnenkollektoren

Michael Herrman vom 'palstek' bei der Erläuterung des  Kraftstoffsystems

   
 Umgang mit Behörden war natürlich auch ein Thema

 Zwischendurch gab es immer wieder Tipps für den Alltag an Bord.

Der Abend gehörte dem Austausch der Teilnehmer untereinander. Logisch, dass vor allem Langfahrtthemen die Diskussionen prägten, aber auch anknüpfend an die Referate individuelle Probleme erörtert wurden.

Kommunikation an Bord (Georg Seifert) und Bordmedizin (Dr. Rüttger Clasen) waren die bestimmenden Themen des Sonntagmorgens. Beides ist unterwegs enorm wichtig aber zu umfangreich um in der Kürze der Zeit wirklich umfassend behandelt werden zu können. Zu beiden Themen gibt es demnach auch eigene Wochenendseminare (Termine bei TO).

Mit „Andere Länder, andere Sitten“ machte der TO-Vorsitzende Martin Birkhoff auf evt. Probleme unterwegs aufmerksam, mit denen man vor der Reise nicht unbedingt rechnet. Besonders im Umgang mit Behörden aber auch bei den Menschen denen man begegnet, kann man mit Verhaltensweisen, die bei uns in Mitteleuropa völlig normal sind, gehörig ins Fettnäpfchen treten und sich damit erhebliche Probleme einhandeln. Es ist deshalb gut darüber informiert zu sein.

Last not least behandelte Bert Frisch „Piraterie und Waffen an Bord“. Als ehemaliger Marineoffizier gab er kompetent und umfassend über gefährdete Gebiete Auskunft und diskutierte das Für und Wider von Bordwaffen. Nicht zu vergessen auch die vielen Tipps aus der Praxis, die er verteilt über die Seminartage immer wieder kurzweilig einstreute.

Mir als einem der Referenten, waren vor allem die vielen Gespräche am Rande, mit denen die Teilnehmer ein Feedback gaben, wichtig. Die vielen positiven Stellungnahmen freuen uns natürlich, so das ein Wiederholung im Frühjahr 2014 vorgesehen ist. Weitere Informationen dazu gibt es bei TO.