Als aufmerksamer Beobachter meiner Batterien war mir natürlich nicht entgangen, dass sie nach 8 Jahren einen Großteil ihrer Kapazität verloren hatten. Ein Austausch war längst überfällig und im Budget eingeplant waren sie auch. Das Problem war  eher, dass ich nicht wusste, wo ich tiefsten Griechenland welche, die meinen Vorstellungen entsprachen, bekommen konnte. Wie das in solchen Situationen so ist, schob auch ich die Sache  vor mir her. So ein bisschen gingen sie ja noch …

Eines Morgens auf Mykonos war es dann so weit. Die Überwachung signalisierte Tiefentladung. Als Ursache fand ich schnell heraus, dass eine der beiden zu einem Block parallelgeschalteten 140 Ah Batterien einen Zellenschluss hatte. Glücklicherweise erholte sich die andere nach Trennen des Blocks wieder etwas. Trotzdem war das Thema „neue Batterien“ jetzt ganz oben auf meiner Prioritätenliste.

Die Lösung kam unerwartet schnell. Schon während ich im Hafen von Naxos festmachte, sprach mich ein Fischer auf meinen TO-Stander an. Seine Frau Elena sei hier auf Naxos die TO-Stützpunktleiterin und sie würde sich freuen, wenn wir bei ihr mal vorbeischauen würden.

  Elena Keter-Vilantoni,  TO-Stützpunkt Naxos

Elenas Geschenkeladen (www.elenas-shop.eu)  gegenüber der Hafenpolizei ist leicht zu finden und unverkennbar mit einem großen TO-Stander geschmückt. Natürlich kam auch unser Batterieproblem zu Sprache. Welche ich denn brauchte wollte sie nur wissen. Sie selbst kenne sich nicht aus, wolle sich aber mal umhören.

Umhören ist sicher eine starke Untertreibung für ihre Aktivitäten. Schon am nächsten Morgen informierte sie uns, dass sie auf der Insel selbst keine Erfolg gehabt hatte aber eine Firma in Athen habe genau die Batterien, die ich ihr nannte, und könne auch sofort liefern. Der Preis lag nur wenig über dem in Deutschland und so ließ ich mich auf das Risiko ein bei einer Bank den Kaufpreis im Vorhinein auf ein Konto einer mir völlig unbekannten Firma einzuzahlen, alles andere managte Elena. Ob das wohl gut geht?

Meine Sorgen waren unbegründet. 48 h später hielt ein klappriger LKW direkt vor unserem Boot und überbrachte genau meine Wunschbatterien, die mit der Nachtfähre aus Piräus gekommen waren. Mit Hilfe der französischen Bootsnachbarn waren sie schnell an Bord und der Austausch war eine Sache von einer halben Stunde. Alles funktionierte wie vorgesehen, unser Problem war gelöst.

Uns bleibt nur noch ganz herzlichen Dank an Elena und ihren Mann Kostas zu sagen. Die beiden würden sich übrigens sehr freuen, wenn mehr Segler bei ihnen vorbeischauen würden. Dem kann ich mich nur anschließen. Sie sind sehr nett und Vorbeischauen lohnt sich auch, wenn man keine Probleme hat.