Die eindrucksvolle Bergkulisse bei Bad Reichenhall - auch ein Seminarort für Hochseesegler.

Schon zum zweiten Mal  organisierte Trans Ocean e.V.  vom  22.- 24. März 2013 ein Kommunikationsseminar.  Unter der bewährten Leitung von Dr. Rüttger Clasen trafen sich 25 Langzeitsegler in der eindrucksvollen Voralpenlandschaft von Bad Reichenhall um alles über Kommunikationsmöglichkeiten von hoher See zu erfahren.

Leistungsstarker Satellitenfunk ist mit viel Geräteaufwand und hohen Gebühren verbunden. Auf einer typischen Langfahrtyacht lässt sich dies heute und auch in absehbarer Zukunft nur schwer realisieren.  Die meisten Segler setzen darum nach wie vor auf Kurzwellenfunk für Wetterberichte und die Verbindung in die Heimat.

„KW-Transceiver und Antennen“ hieß demnach auch das Thema, über das ich referieren durfte. Als Nachrichtentechniker für mich ein Heimspiel, bei dem ich Freizeitinteressen mit beruflichen Erfahrungen  kombinieren konnte. Besondere Herausforderung für mich: Das von manchen sicher als etwas trocken empfundene,  weil von Technik geprägte, Thema spannend und allgemeinverständlich zu vermitteln.

Seminarraum

Bei Transceivern kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Für SSB-Sprechfunk und auch Datenverbindungen über PACTOR sind alle irgendwie geeignet. Hauptaugenmerk bei der Auswahl ist deshalb auf eine dem Benutzer sympathische Bedienoberfläche und die Einbaumöglichkeiten an Bord zu richten.

Bei Antennen ist das anders. Antennen kann man nicht fertig kaufen, wohl deshalb wird bei  Antennen am meisten falsch gemacht.  Besonders tragisch: Antennenfehler  lassen sich mit anderen Mitteln nicht wieder ausgleichen.

Auf der Hotelterasse konnten verschiedene Antennen probiert werden.

Egal wie sie aussieht, im Grunde ist eine Antenne nur ein Stück Draht. Die Umgebung bestimmt ob daraus eine gute Antenne wird. Eine Antenne, die auf dem einen Boot hervorragend spielt, muss das auf einem anderen noch lange nicht. Zu vielfältig sind die Einflüsse von Rigg und Erdverhältnissen. Das Zusammenwirken der Einzelkomponenten logisch zu erklären ist deshalb auch mein Hauptanliegen im Seminar. Nur wer deren Funktion einigermaßen versteht, ist in der Lage ein Antennensystem für die individuellen Verhältnisse auf seinem Boot zu konzipieren, seinem Händler die richtigen Fragen zu stellen und die vielen gutgemeinten aber nicht immer gutgemachten Ratschläge aus AFU-Kreisen und Internetforen für sich zu nutzen. „Verstehen – Funktechnik ist kein Hexenwerk“ ist demnach auch das Motto, welches sich als roter Faden durch  das ganze Seminar zieht. Ich freue mich schon auf eine Neuauflage in 2014.